BVO - Bezirksverband Oldenburg

Biographie- und Angehörigenarbeit

Mit der Biographiearbeit soll ein möglichst genaues Bild der Vergangenheit der Bewohnerin/des Bewohners erstellt werden. Es soll nicht nur die Ermittlung von persönlichen, sozialen und krankheitsspezifischen Daten erfolgen, vielmehr sind persönlichkeitsspezifische Aspekte wie z.B. Gewohnheiten, Vorlieben, Interaktionsstile und Verarbeitungs- und Bewältigungsweisen von Nöten, um diese in ein individuelles Kommunikationskonzept (Pflegeplanung) zu integrieren. Mit einer guten und ausführlichen Biographiearbeit ist es den Mitarbeitenden möglich, sich so ein vollständigeres und differenziertes Bild vom gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen zu machen und eine Beziehung zu ihm aufbauen zu können. Durch die Kenntnis der Biographie soll ein besseres Verständnis für Verhaltensweisen des Einzelnen ermöglicht werden. Die Berücksichtigung von Persönlichkeit und Biographie des Einzelnen ist die entscheidende Grundlage für die gesamte Gestaltung der Begleitung und Unterstützung sowie eine von den Betroffenen als sinnvoll erlebte Aktivierung. Damit wird eine wünschenswerte Kontinuität zum bisherigen Leben der Betroffenen geschaffen.
Der bedeutsamste und häufig auch einzige Vermittler biographischen Wissen ist der Angehörige. Der Angehörige besitzt somit den Schlüssel zur Vergangenheit und damit zur Entwicklungsgeschichte der/des Betroffenen. Unabdingbar ist dementsprechend die Einbeziehung der Angehörigen in das Milieu, in die Pflegeplanung und dem Betreuungskontext. Angehörige sind das emotionale Bindeglied zum bisherigen Leben der Betroffenen und verkörpern damit Kontinuität und Bezugspunkte. Das wiederum wird als Sicherheit von der/dem Betroffenen wahrgenommen.