BVO - Bezirksverband Oldenburg

Presse

Datum
23.08.2016
Kategorie
Wohnheim Sande
Quelle
Jeversches Wochenblatt

Ausflug in die Zeit der Ritter und Heere

 

SOZIALES Wohnheim am Markt feiert sein 20-jähriges Bestehen mit großem Mittelalterfest

16 Bewohner mit verschiedenen Krankheitsbildern leben in der Anlage.

Gute Erfolge bei der Therapie.

SANDE/OS – Mit einem großen Mittelalterfest feierten Betreuer und Bewohner des Wohnheims am Markt in Sande das 20-jährige Bestehen. Alle Interessierten waren eingeladen. Es gab viel zu sehen, unter anderem mittelalterliche Kämpfe, historische Kochstellen und Marktstände. In dem Wohnheim finden 16 Bewohner Platz, weiterhin ist eine Außenwohngruppe mit fünf Plätzen angeschlossen. Derzeit leben Bewohner zwischen 18 und 50 Jahren hier. Bei dem Heim, das vom Bezirksverband Oldenburg getragen wird, leben Menschen mit unterschiedlichen Krankheitsbildern, die für eine Zeit lang Unterstützung im Alltag benötigen. „Wir beobachten, dass sich Krankheitsbilder heute stärker ausprägen, wir haben vor allem eine große Zahl von Suchtproblemen vor Ort“, berichtete die Leiterin Bettina Werner auf Nachfrage. Dabei sei die Internetsucht im Augenblick noch „eine Randerscheinung, die aber massiv nach vorne drängt“, so die Leiterin. Das Leben werde dann komplett von der Sucht beherrscht. Unter dieser Belastung brächen für die Betroffenen die Alltagsstrukturen zusammen. Ziel des Wohnheims ist es, mit Hilfe von geeigneten Therapien die Bewohner nach und nach wieder zu einem eigenständigen Leben zu befähigen. Im Heim gibt es Wohngruppen, die sich selber organisieren und die ständig in Kontakt mit Therapeuten stehen. In der Außenwohngruppe geht es einen Schritt weiter, hier gibt es täglich Kontakt zu den Therapeuten, aber auch mehr Kontakte nach außen, unter anderem bei einer Arbeitsstelle. Die Erfolge der Therapien seien gut, die meisten Klienten könnten im Anschluss an den Aufenthalt ein eigenständiges Leben führen, sagte Werner. Das Mittelalterfest war als Motto ausgewählt worden, weil sich die Bewohner für die Zeit interessierten und es Kontakte zu Mittelaltergruppen gab. Therapeut Hubert Simon konnte über seine Tochter Sabrina und den Schwiegersohn Jörg van Rhaden, die in ihrer Freizeit in einer solchen Gruppe aktiv sind, den Kontakt zu der Tyrs- Sippe und zu Stelir Flutana aus Emden herstellen, die in Sande ein kleines Heerlager aufbauten. Die Bewohner haben sich zudem seit Wochen mit der Zeit des Mittelalters, mit Sitten und Gebräuchen beschäftigt. Viele waren beim Fest auch mittelalterlich gewandet.

Artikel im Jeverschen Wochenblatt

Downloads