BVO - Bezirksverband Oldenburg

Presse

Datum
18.08.2016
Kategorie
Pflegeheim Haus Christa
Quelle
Artikel in der NWZ

Foto-Shooting mit „La Paloma“

HAUS CHRISTA: Bremerhavenerin setzt Bewohner und Betreuer für Kalender in Szene

Marlies Menger hat schon zwei Kalender- Projekte in Senioren und Pflegeheimen in Bremerhaven und Brake realisiert. Das dritte folgt nun in Butjadingen.

VON DETLEF GLÜCKSELIG, NWZ

STOLLHAMM – Was ist denn da los? Neugierig kommen die Schafe herbeigetrottet, während Frank Pfeiffer Teile eines Schlagzeugs und ein knallrotes Akkordeon auf den Feldhauser Deich schleppt. Wenig später geht es auch schon los, und The Christas stimmen einschmissiges „La Paloma“ an. The Christas ist die hauseigene Band des Stollhammer Pflegeheims Haus Christa. Die Mitglieder der Formation, die Frank Pfeiffer als Mitarbeiter der Einrichtung zusammengestellt hat und betreut, sind in ganz besonderer Mission nach Feldhausen gefahren. Sie wollen nicht etwa ein Konzert für die Schafe geben, die sich ohnehin längst wieder verdrückt haben. Sie posieren für die Bremerhavener Fotografin Marlies Menger. Die 55- Jährige möchte mit Fotos von Bewohnern und Beschäftigten des Hauses Christa einen Kalender erstellen. Die erste Fotosession fand am Dienstag statt – mit The Christas. Marlies Menger war als Bauzeichnerin und als Tierarzthelferin tätig, ehe sie vor zehn Jahren eine Leidenschaft zu ihrem Beruf machte: die Fotografie. Um in diesem Job existieren zu können, braucht man pfiffige Ideen. Und die hat die Bremerhavenerin. Ihr erstes Altenheim-Projekt realisierte die 55-Jährige vor zwei Jahren. In Bremerhaven setzte sie Senioren als Filmstars in Szene – Marylin onroe war ebenso dabei wie Audrey Hepburn in „Frühstück bei Tiffany“ und „Heinz Rühmann in „Die Feuerzangenbowle“.

2015 schlüpften Bewohner des Christophorus-Hauses in Brake in Kostüme aus der Zeit Admiral Brommys. „Ich mag einfach alte Menschen“, sagt Marlies Menger, die mit ihren Kalender-Projekte in eine echte Marktlücke gestoßen ist.

Nun folgt also Haus Christa, in demMenschen mit psychischen und seelischen Erkrankungen betreut werden. Marlies Menger setzt diesmal nicht auf Kostüme. Vielmehr geht es ihr darum, die Bewohner des Pflegeheims sowie deren Betreuer an verschiedenen Butjadinger Schauplätzen in witzig arrangierten Alltagssituationen in Szene zu setzen – etwa beim Musizieren, beim Teetrinken, beim Zeitunglesen oder Einkaufen. Wichtig ist es der Fotografin, darzustellen, dass die Bewohner des Hauses Christa nicht ohne ihre Beteuer auskommen, die Beteuer aber auch nicht ohne die Bewohner. Hans-Jörg Niederfeld, Leiter des Hauses Christa, freut sich, dass das Projekt, das von der Stiftung Oldenburgischer Generalfonds finanziell unterstützt wird, zustande kommt.Der Kalender soll Neugierde wecken, Begegnungen ermöglichen, Berührungsängste abbauen. Die rund 20 der insgesamt 88 Bewohner des Pflegeheims, die für den Kalender posieren, seien von dem Projekt begeistert wie die Beschäftigten, sagt Hans-Jörg Niederfeld. Im Oktober soll der Kalender, der zu jedem Foto auch einen plattdeutschen Spruch umfassen wird, fertig sein. Die Bewohner des Hauses Christa werden ihn kostengünstig erwerben können. Er soll aber auch der Öffentlichkeit angeboten werden. Zudem planen die Fotografin und das Heim eine Ausstellung und vielleicht sogar ein Buch über das „Making of“, also die Entstehung des Kalenders. P@ Mehr Infos und Bilder aus den vorherigen Kalenderprojekten unter www.marliesmenger.de

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