BVO - Bezirksverband Oldenburg

Presse

Datum
11.07.2016
Kategorie
Stiftungen
Quelle
Artikel in der NWZ

Stadt in Sorge um Blankenburger Altar

Klostergelände-Besitzer Schwerdt greift nach millionenteurem Ausstellungsstück – Verkauf geplant?

 von Christoph Kiefer, NWZ

 

Das etwa 500 Jahre alte Meisterwerk der Schnitzkunst ist eine der Attraktionen des Stadtmuseums. Der neue Besitzer von Blankenburg erhebt Anspruch auf das Werk aus der Klosterkirche.

Oldenburg „Es ist einige Wochen her; Herr Schwerdt war im Stadtmuseum und hat den Mitarbeitern erklärt, er lasse den Blankenburger Altar vermessen und abholen.“ Frank Diekhoff, Geschäftsführer des Bezirksverbands Oldenburg, erinnert sich gut an die überraschten Gesichter der Mitarbeiter, die ihm von dem Besuch berichteten.

Nachfragen ergaben, dass der Eigentümer des früheren Klosters Blankenburg, der Oldenburger Immobilien-Händler Wolfgang Schwerdt, den berühmten Altar als seinen Besitz erachtet und aus dem Stadtmuseum holen will.

Für Bezirksverband und Stadt ein unvorstellbares Szenario: „Schrecklich, wenn der Altar, der für die Öffentlichkeit errichtet wurde, in einem Privathaus verschwinden würde“, sagt Diekhoff. Der Verband verwaltet die Stiftung Blankenburg, in deren Besitz sich der Altar befindet.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann wird noch deutlicher. Die Stadt werde alles daran setzen, den Altar weiter im Stadtmuseum zu präsentieren. Schwerdt plane eine Veräußerung auf dem Kunstmarkt – davor müsse der Altar bewahrt werden. Schwerdt bestätigte gegenüber der NWZ den Vorstoß, wollte sich aber nicht näher dazu äußern.

Ansatzpunkt für Schwerdts Begehren ist nach den Worten des Verbandsgeschäftsführers der Vertrag, den der Bezirksverband beim Verkauf des früheren Klosterareals 1989 geschlossen hat. Wie Diekhoff berichtet, enthält der Kaufvertrag keine Aussage darüber, ob mit dem Kloster auch der Altar verkauft worden ist oder nicht. Ein Schriftwechsel zwischen den Käufern, Michael Iwanschitz und Katharina Haupt, sowie dem Bezirksverband regele die Besitzverhältnisse aber eindeutig. Iwanschitz habe darin zugesichert, der Altar bleibe Eigentum der Stiftung.

Aus dem Vermerk von Iwanschitz geht aber ebenfalls hervor, er gehe davon aus, dass der Altar als Dauerleihgabe seinen angestammten Platz erhält, wenn die Klosterkirche wieder konfessionell genutzt werden sollte.

Schwerdt hatte das ehemalige Kloster östlich von Oldenburg 2013 von einem Hamburger Unternehmen gekauft. In dessen Hände war es 2006 gelangt. Schwerdts Pläne, ein genossenschaftliches Wohnkonzept zu entwickeln, landeten 2015 in den Schubladen. Schwerdt konnte das Areal an das Land verpachten, das dort eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge errichtete. Über die Miete vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Unbestätigten Angaben zufolge soll sich das Land zu einem Zehn-Jahres-Vertrag mit einer Miete von monatlich 20 000 Euro verpflichtet haben.

In einem Gespräch mit Schwerdt und dessen Anwalt vor wenigen Tagen habe er den vertraglichen Sachverhalt und seine Sicht deutlich gemacht, sagte Diekhoff. Schwerdts Anwalt habe um eine schriftliche Erklärung gebeten. Diekhoff: „Die haben wir übermittelt. Jetzt warten wir, ob noch etwas kommt.“

Artikel in der NWZ.

 

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